Mittwoch, 5. Oktober 2016

Prosaformen

Kurzgeschichte siehe Post zu Merkmale von Kurzgeschichten

Anekdote

  • (von griech. ανέκδοτον, anékdoton - das nicht Herausgegebene)
  • eine Anekdote bezeichnet eine Erzählform, die eine meist kurze aber ungewöhnliche Begebenheit im Leben einer Person zur Grundlage hat. Charakteristisch für die Anekdote ist eine Pointe.

Beispiel: Johann Peter Hebel Eine merkwürdige Abbitte

 Essay

  • (von franz. essai bzw. lat. exagium - Probe, Versuch) ein Essay ist eine kurze Abhandlung zu einem kulturellen, gesellschaftlichen oder wissenschaftlichem Phänomen. Ein Essay ist somit keine ausführliche Untersuchung der Thematik, sondern stellt einen Versuch dar, bzw. soll die Thematik gedanklich anreißen.
Beispiel: Klabund Deutsche Literaturgeschichte in einer Stunde


Fabel

  •   (von lat. fabula - Geschichte) eine meist lehrreiche Geschichte, in der häufig Tiere die Funktion von menschlichen Charakteren überzeichnet ersetzen.

Beispiel: Gotthold Ephraim Lessing Das Schaf und die Schwalbe

Sage
  •  (von ahd. saga - Gesagtes) ist eine Sammelbegriff für meist mündlich überlieferte Geschichten, die für wahr angenommen werden und damit über dem Realitätsanspruch des Märchens steht. 
  • Sagen werden häufig im Laufe der Zeit verändert und kulturellen Veränderungen angepaßt.
Bekannte Sagen: Die Artussage, Rübezahl, Tellsage

Beispiel: Verfasser unbekannt Beowulf


Die Satire (Sachtext)

  • Die Satire zielt auf einen bewusst angelegten Spott und auf eine Übertreibung, die mit der jorunalistischen Fertigkeit der Glosse so nicht mehr gliechzusetzen ist.
  • Die Satire findet auch oft nur bildhaft statt, da hier die Pointe oft mit wenigen Zeichenstrichen verdeutlicht werden kann.
  • Ereignisse, Personen, gesellschaftliche Umstände können so übertrieben dargestellt werden, verbunden mit einer witzigen, oft aber auch sehr aggressiven Deutung, die dem Zynismus gleicht. 
Jan Böhmermann: Schmähkritik
 
 Die Glosse (Sachtext)

  • Die Glosse ist eine Art Kommentar, da sie ein meinungsbildenen Text darstellt, der ebenfalls auf aktuelle Themen der Politik oder Gesellschaft Stellung nimmt, auf diese Themen aufmerksam macht, aber darüber hinaus vor allem mit der Ironie und / oder dem Sarkasmus besticht.
  • Die Glosse sollte witzig und originell sein, zugleich aber zum Nachdenken anregen.
  • Sie gilt als journalistisch höchst anpruchsvoll, da sie einfach zu lesen sein soll, zugleich aber durch ein besondere rhetorische Fertigkeit gekennzeichnet ist. Der Sprachwitz ist hier entscheidend.
  • Mit der Glosse werden auch heikle Themen aufgegriffen, die dann bewusst überspitzt dargestellt werden. Der Leser bekommt so auf vermeintlich spielerische oder ironische Weise einen Zugang zum Thema, über das er sich anschließend ernsthaft Gedanken macht.
Stuttgarter Zeitung Gegenüber oder beim?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen